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<title>Moritz Veit</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Moritz Veit</span></h1>
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<p><b>Moritz Veit</b> (* <a href="12._September" title="12. September">12. September</a> <a href="1808" title="1808">1808</a> in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>; † <a href="5._Februar" title="5. Februar">5. Februar</a> <a href="1864" title="1864">1864</a> ebenda) war ein deutscher Autor, Verleger und Politiker. Er war Vorsitzender des <a href="B%C3%B6rsenverein_der_Deutschen_Buchh%C3%A4ndler" title="Börsenverein der Deutschen Buchhändler">Börsenvereins der Deutschen Buchhändler</a>, Mitglied der <a href="Frankfurter_Nationalversammlung" title="Frankfurter Nationalversammlung">Frankfurter Nationalversammlung</a>, Berliner Stadtverordneter sowie preußischer <a href="Altliberale" title="Altliberale">altliberaler</a> Abgeordneter. Außerdem war er führend in der <a href="J%C3%BCdisches_Leben_in_Berlin" title="Jüdisches Leben in Berlin">jüdischen Gemeinde</a> in Berlin tätig.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Herkunft_und_Ausbildung">Herkunft und Ausbildung</h2></div>
<p>Veit stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Bankiersfamilie. Seine Mutter Karoline Veit (1774‒1857) war eine Tochter von <a href="Salomon_Veit" title="Salomon Veit">Salomon Veit</a> (1751‒1827), Mitgründer und Mitinhaber des Berliner Bankhauses <i>Gebrüder Veit</i>; sein Vater Philipp Veit (1758‒1838) war ein jüngerer Bruder von Salomon Veit. <a href="Simon_Veit" title="Simon Veit">Simon Veit</a>, der erste Ehemann von <a href="Dorothea_Schlegel" title="Dorothea Schlegel">Dorothea Schlegel</a>, war ein Bruder des Vaters. Die Familie war bereits seit der Zeit des <a href="Friedrich_Wilhelm_(Brandenburg)" title="Friedrich Wilhelm (Brandenburg)">Großen Kurfürsten</a> in Berlin ansässig.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Veit besuchte das <a href="Joachimsthalsches_Gymnasium" title="Joachimsthalsches Gymnasium">Joachimsthalsche Gymnasium</a> und legte sein Abitur 1825 ab. Er besuchte die Universität Berlin und hörte Vorlesungen in unterschiedlichen Fächern, insbesondere Geschichte, Philosophie, Philologie und Geographie. Er blieb an der Universität bis 1832/33 eingeschrieben, besuchte aber seit 1829 keine Vorlesungen mehr. Hauptsächlich beeinflusst wurde er von <a href="Georg_Wilhelm_Friedrich_Hegel" title="Georg Wilhelm Friedrich Hegel">Georg Wilhelm Friedrich Hegel</a>. Er machte viele Reisen nach <a href="Dresden" title="Dresden">Dresden</a>, <a href="Heidelberg" title="Heidelberg">Heidelberg</a> und verschiedentlich nach <a href="Weimar" title="Weimar">Weimar</a>. Dort kam er unter anderem mit dem Kreis um <a href="Johann_Wolfgang_von_Goethe" title="Johann Wolfgang von Goethe">Johann Wolfgang von Goethe</a> in Kontakt. In Berlin führte sein Vater ein gastfreundliches Haus. An den dortigen „Donnerstag Abenden“ beteiligte sich unter anderem auch <a href="Heinrich_Heine" title="Heinrich Heine">Heinrich Heine</a>. Die meisten Teilnehmer dieser Runden waren Juden oder Personen mit jüdischen Wurzeln.
</p><p>Da er materiell abgesichert war, widmete sich Veit dem Schreiben. Er arbeitete als Kritiker und äußerte sich als Journalist gegen antijüdische Entwicklungen. Er schrieb dabei regelmäßig für zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen. Ab 1830 gab er den <i>Berliner Musen-Almanach</i> heraus, an dem sich auch Johann Wolfgang von Goethe und zahlreiche weitere bekannte Autoren wie <a href="Achim_von_Arnim" title="Achim von Arnim">Achim von Arnim</a>, <a href="Gustav_Schwab" title="Gustav Schwab">Gustav Schwab</a> und <a href="Adelbert_von_Chamisso" title="Adelbert von Chamisso">Adelbert von Chamisso</a> beteiligten. Auch Veit selbst veröffentlichte dort einige seiner Gedichte. Allerdings musste der Almanach wegen ausbleibenden Erfolgs vermutlich schon 1831 wieder eingestellt werden.
</p><p>Er erkannte wohl in dieser Zeit, dass er kaum Karriere als Dichter machen könnte. Auch eine akademische Laufbahn kam für ihn als Juden nicht in Frage. Im Jahr 1833 hat er in Jena mit einer Arbeit über <a href="Henri_de_Saint-Simon" title="Henri de Saint-Simon">Henri de Saint-Simon</a> promoviert. Danach heiratete er am 10. Juni 1834 Johanna Elkan (* 25. September 1807; † 24. Dezember 1889), Tochter des Bankiers <a href="Israel_Julius_Elkan" title="Israel Julius Elkan">Julius Elkan</a> in Weimar. Die Ehe blieb kinderlos. Das Paar führt ein geselliges Haus in Berlin. An den dortigen Abenden nahmen Buchhändler, Politiker, Schriftsteller und Gelehrte teil. 1840 trat Veit der <a href="Gesellschaft_der_Freunde" title="Gesellschaft der Freunde">Gesellschaft der Freunde</a> bei und wurde mehrfach zu deren stellvertretendem Vorsitzenden gewählt.
</p><p>Moritz Veit wurde im <a href="J%C3%BCdischer_Friedhof_Sch%C3%B6nhauser_Allee" title="Jüdischer Friedhof Schönhauser Allee">Friedhof Schönhauser Allee</a> in der Ehrenreihe von Feld A beerdigt. Seine Ehefrau wurde neben ihm beigesetzt.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verleger">Verleger</h2></div>
<p>Veit selbst entschloss sich, Buchhändler zu werden, und erwarb zusammen mit Joseph Levy (ab 1839: Joseph Lehfeldt) eine entsprechende Konzession. Im Jahr 1833 wurde ein Verlag gekauft und 1834 die Firma <i>Veit &amp; Company</i> gegründet. Das Hauptgeschäft machte das Unternehmen mit einem Wohnungsanzeiger für Berlin. Die neue Firma übernahm auch die Herausgabe des Enzyklopädischen Wörterbuchs der medizinischen Wissenschaften. Daneben wurden zahlreiche wissenschaftliche Werke und Zeitschriften herausgegeben. <a href="Johann_Gustav_Droysen" title="Johann Gustav Droysen">Johann Gustav Droysen</a> und <a href="Wilhelm_Adolf_Schmidt" title="Wilhelm Adolf Schmidt">Wilhelm Adolf Schmidt</a> gehörten zu den Hauptautoren. Unter den wissenschaftlichen Zeitschriften war die von Schmidt herausgegebene Allgemeine Zeitschrift für Geschichte. Nicht zuletzt gab er die neun Bücher preußischer Geschichte von <a href="Leopold_Ranke" class="mw-redirect" title="Leopold Ranke">Leopold Ranke</a> heraus. Wichtig war das Laienbrevier von <a href="Leopold_Schefer" title="Leopold Schefer">Leopold Schefer</a>. Es erschienen naturwissenschaftliche, forstwissenschaftliche, juristische, medizinische Werke und Bücher weiterer Fachrichtungen. Besonders gepflegt wurde die Literatur zum Schachspiel. Herausgegeben wurden eine Reihe philosophischer Werke. Dabei hatten die Gesamtausgabe der Werke von <a href="Johann_Gottlieb_Fichte" title="Johann Gottlieb Fichte">Johann Gottlieb Fichte</a> sowie der Briefwechsel zwischen <a href="Friedrich_Schiller" title="Friedrich Schiller">Friedrich Schiller</a> und Körner nur mäßigen Erfolg. Veits anhaltender Nähe zu Fichte drückte sich auch darin aus, dass er 1862 einer der Hauptredner zur Feier des hundertjährigen Geburtstages des Philosophen war.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Veit verlegte einige Werke <a href="Bettina_von_Arnim" title="Bettina von Arnim">Bettina von Arnims</a> und ihres Mannes Achim von Arnim. Ebenso wurde das System des römischen Rechtes von <a href="Friedrich_Carl_von_Savigny" title="Friedrich Carl von Savigny">Friedrich Carl von Savigny</a> veröffentlicht. Die erste deutsche Übersetzung eines Werkes vom bedeutenden deutsch-amerikanischen Anthropologen <a href="Franz_Boas" title="Franz Boas">Franz Boas</a>, <i>Kultur und Rasse</i>, erschien 1914 in für ein deutsches Publikum umgearbeiteter Form. Daneben erschienen einige politische Schriften etwa von <a href="Maximilian_Duncker" title="Maximilian Duncker">Maximilian Duncker</a>. Er veröffentlichte Schriften zu Themen des Judentums und der Emanzipation.
</p><p>Der Verlag von Veit gehörte nicht zu den großen aber zu den hoch geachteten seiner Zeit. Enge Verbindung pflegte Veit zu auswärtigen Verlegern, regelmäßig besuchte er die Leipziger Buchmesse.
</p><p>Veit setzte sich interessenpolitisch für den Buchhandel ein. Er arbeitete intensiv in der Buchhändlerkorporation mit, wurde stellvertretender Vorsitzender und von 1853 bis 1863 Vorsitzender des <a href="B%C3%B6rsenverein_der_Deutschen_Buchh%C3%A4ndler" title="Börsenverein der Deutschen Buchhändler">Börsenvereins der Deutschen Buchhändler</a>. Dabei trat er regelmäßig gegen eine Einschränkung der Pressefreiheit und für den Schutz der Autorenrechte auf. Er wirkte in diesem Zusammenhang in den 1850er Jahren an Abkommen mit Frankreich zum Schutz des geistigen Eigentums bei. Nach dem Tod seines Partners 1858 verkaufte Veit seine Anteile an einen Leipziger Buchhändler. Der Verlag ging 1919 im <a href="Verlag_Walter_de_Gruyter" class="mw-redirect" title="Verlag Walter de Gruyter">Walter de Gruyter Verlag</a> auf.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Politiker">Politiker</h2></div>
<p>Daneben hat er in verschiedener Funktion die Politik in Berlin beeinflusst. Seit den 1840er Jahren war er Berliner Stadtverordneter. Im Jahr 1849 wurde er unbesoldeter Stadtrat. Nach Ablauf seiner Amtszeit wurde er wieder Stadtverordneter und blieb dies auch in den folgenden Jahren mit kurzen Unterbrechungen. Im Jahr 1863 wurde er zum stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Insbesondere arbeitete Veit in der Gewerbedeputation und im Bereich der Schul- und Waisenpflege mit.
</p>

<p>Veit selbst war politisch gemäßigt, blieb überzeugter Monarchist und erstrebte die deutsche Einheit unter Führung Preußens auf friedlichem Wege. Nach der <a href="M%C3%A4rzrevolution" class="mw-redirect" title="Märzrevolution">Märzrevolution</a> von 1848 war er Mitglied des liberalen <i>konstitutionellen Clubs</i> und für den 6. Berliner Wahlbezirk in die <a href="Frankfurter_Nationalversammlung" title="Frankfurter Nationalversammlung">Frankfurter Nationalversammlung</a> gewählt. Nach <a href="Ernest_Hamburger" class="mw-redirect" title="Ernest Hamburger">Ernest Hamburger</a> war er auch bereits Mitglied im <a href="Vorparlament" title="Vorparlament">Vorparlament</a>.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dort gehörte er der <a href="Casino_(Fraktion)" title="Casino (Fraktion)">Casinofraktion</a> an. Er sprach nie im Plenum, beteiligte sich aber intensiv an den Beratungen der volkswirtschaftlichen Kommission. Als Zielvorstellung einer künftigen Wirtschaftspolitik formulierte er, dass diese „die Ausschließlichkeit des Privilegs ebenso vermeiden sollte, wie die ungezügelte Anarchie des <a href="Laissez-faire" title="Laissez-faire">Laissez-faire</a>“<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Veit unterstützte die Gründung der kurzlebigen Reichsbibliothek als einer deutschen Nationalbibliothek tatkräftig.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er veröffentlichte verschiedene Flugblätter und Schriften, in denen er unter anderem gegenüber seinen Wählern seine Positionen darstellte. Dabei begrüßte er als Maßnahmen gegen die Radikalen die Verlegung der <a href="Preu%C3%9Fische_Nationalversammlung" title="Preußische Nationalversammlung">preußischen Nationalversammlung</a> von Berlin nach Brandenburg.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Von Dezember 1848 bis Mai 1849 war Veit Redakteur der „Parlamentskorrespondenz der Zentren.“ Er wählte <a href="Friedrich_Wilhelm_IV." title="Friedrich Wilhelm IV.">Friedrich Wilhelm IV.</a> zum Deutschen Kaiser mit. Zusammen mit seiner Partei schied er am 20. Mai 1849 aus dem Parlament aus. Er war im selben Jahr Teilnehmer des <a href="Gothaer_Nachparlament" title="Gothaer Nachparlament">Gothaer Nachparlaments</a>.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Jahr 1851 wurde er in einer Nachwahl in die erste Kammer des <a href="Preu%C3%9Fischer_Landtag" title="Preußischer Landtag">preußischen Landtages</a> gewählt, wo er sich mit der geschwächten liberalen Partei weitgehend erfolglos für die Pressefreiheit einsetzte. In den frühen 1850er Jahren war er als politischer Schriftsteller besonders aktiv. Er schrieb regelmäßig für die „Constitutionelle Zeitung“, die er nach dem Ausscheiden von <a href="Rudolf_Haym" title="Rudolf Haym">Rudolf Haym</a> zeitweise auch redigierte. Auch auf Grund der Eingriffe durch die Zensur musste das Blatt sein Erscheinen bereits 1851 einstellen.
</p><p>Veit hatte insbesondere wegen seiner politischen Äußerungen mit Schwierigkeiten zu kämpfen. So wurde seinem Verlag der lukrative Berliner Wohnungsanzeiger entzogen. In den folgenden Jahren der <a href="Reaktions%C3%A4ra" title="Reaktionsära">Reaktion</a> blieb er einer gemäßigten altliberalen Linie treu. In deren Umfeld stand Veit zwar nie in erster Reihe, gab aber im Hintergrund Ratschläge und wirkte am politischen Leben mit. Seit 1858 war er Mitglied im <a href="Preu%C3%9Fisches_Abgeordnetenhaus" title="Preußisches Abgeordnetenhaus">preußischen Abgeordnetenhaus</a>. Er wirkte dort in vielen Kommission und brachte zusammen mit <a href="Hermann_Carl_Rudolf_Duncker" class="mw-redirect" title="Hermann Carl Rudolf Duncker">Hermann Carl Rudolf Duncker</a> den Entwurf für eine Novelle der Gewerbegesetzgebung ein. Nicht zuletzt versuchte er, die Reste der Diskriminierung der Juden zu bekämpfen. Veit gehörte an führender Stelle dem <a href="Deutscher_Nationalverein" title="Deutscher Nationalverein">Deutschen Nationalverein</a> an. Wie Gabriel Riesser gehörte er dem Präsidium an.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zusammen mit anderen gehörte er dem Ausschuss zur Gründung der „Berliner Allgemeinen Zeitung“ an. Als er 1861 zu Beginn des <a href="Preu%C3%9Fischer_Verfassungskonflikt" title="Preußischer Verfassungskonflikt">preußischen Verfassungskonflikts</a> für die von der Mehrheit der Liberalen abgelehnten Militärreform stimmte, bedeutete dies das Ende seiner politischen Laufbahn. Allerdings sollte sich sein Abschiedswort als zutreffend erweisen: „Ich will die Militärreform ohne – Ihr werdet sie mit einem konservativen Ministerium bekommen.“
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Tätigkeit_in_der_jüdischen_Gemeinde"><span id="T.C3.A4tigkeit_in_der_j.C3.BCdischen_Gemeinde"></span>Tätigkeit in der jüdischen Gemeinde</h2></div>

<p>Neben seiner beruflichen und politischen Tätigkeit war Veit auch religiös engagiert. Allerdings lässt er sich nicht klar einer Richtung innerhalb des Judentums zuordnen. Bei aller Liberalität bewahrte er immer auch Respekt vor den traditionellen Formen seiner Religion. Gegenüber den Reformbestrebungen blieb er auf Abstand. Er setzte mit seinem langjährigen Freund <a href="Michael_Sachs_(Rabbiner)" title="Michael Sachs (Rabbiner)">Michael Sachs</a> in der jüdischen Gemeinde einen Rabbiner durch, von dem er glaubte, dass dieser seine Haltung teilte.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Veit war von 1839 bis 1848 einer der Ältesten der jüdischen Gemeinde. Danach war er Vorsteher des Repräsentantenkollegiums. Über zwei Jahrzehnte übte er einen entscheidenden Einfluss auf die Berliner jüdischen Gemeinde aus. Ihm war das 1840 gegründete und 1858 neuorganisierte Lehrerseminar besonders wichtig.<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Erheblichen Anteil hatte er an der Ausarbeitung des Gemeindestatuts von 1847. In diesem Zusammenhang veröffentlichte er auch eine allgemeine Schrift zum Thema.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch für den Bau der <a href="Neue_Synagoge_(Berlin)" title="Neue Synagoge (Berlin)">neuen Synagoge</a> war er intensiv tätig. Sie wurde allerdings erst nach seinem Tod eröffnet. In verschiedenen Fällen befragten ihn Behörden in Fragen des Judentums als Gutachter und zogen ihn Minister und politische Gremien als Interessenvertreter jüdischer Interessen heran. Immer, wenn es galt, gegen Beschränkungen für jüdische Bürger vorzugehen, meldete sich Veit zu Wort. Teilweise kam es dabei auch zum Widerspruch mit seinen allgemeinen politischen Ansichten. So beklagte er, dass die Herrscher mehrfach das Prinzip der Gleichberechtigung beschworen hätten, diesen Grundsatz aber nie zur Ausführung kommen ließen. Dagegen wäre das Volk dem Prinzip der Gleichheit niemals untreu geworden.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werke_(Auswahl)"><span id="Werke_.28Auswahl.29"></span>Werke (Auswahl)</h2></div>
<ul><li><i>Berliner Musenalmanach für 1831</i>. Berlin 1831. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10129469?page=11">Digitalisat</a>.</li>
<li><i>Polenlieder ein Todtenopfer.</i> Hamburg 1832. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://diglib.hab.de/drucke/qun-1276-6s/start.htm">Digitalisat</a>.</li>
<li><i>Saint Simon und der Saintsimonismus. Allgemeiner Völkerbund und ewiger Friede</i>. Leipzig 1834. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10446017?page=8%2C9">Digitalisat</a>.</li>
<li><i>Die Erweiterung des Schutzes gegen Nachdruck zu Gunsten der Erben verdienter Autoren.</i> Berlin 1855. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.digitale-sammlungen.de/view/bsb10602340?page=3">Digitalisat</a>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>W. Wehrenpfennig: <i>Zum Andenken an Moritz Veit.</i> (Besonders abgedruckt aus dem dreizehnten Bande der Preußischen Jahrbücher.) Berlin 1864. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=shwn_nbeEKQC&amp;hl=de&amp;pg=PA1#v=onepage&amp;q&amp;f=false">Digitalisat</a>.<br>Erweitert um Gedichte von Veit: <i>Andenken an Moritz Veit.</i> Für Freunde als Manuskript gedruckt. Berlin 1870. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=fAlNAQAAMAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PP9#v=onepage&amp;q&amp;f=false">Digitalisat</a>.</li>
<li><a href="Ludwig_Geiger" title="Ludwig Geiger">Ludwig Geiger</a>:&nbsp;<i><a href="https://de.wikisource.org/wiki/ADB:Veit,_Moritz" class="extiw external" title="s:ADB:Veit, Moritz">Veit, Moritz</a>.</i> In: <i><a href="Allgemeine_Deutsche_Biographie" title="Allgemeine Deutsche Biographie">Allgemeine Deutsche Biographie</a></i> (ADB). Band&nbsp;39, Duncker &amp; Humblot, Leipzig 1895, S.&nbsp;535–546.</li>
<li>Rudolf Schmidt: <i>Deutsche Buchhändler. Deutsche Buchdrucker</i>. Band 6. Berlin/Eberswalde 1908, S. 972–975 <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeno.org/Schmidt-1902/A/Veit,+Moritz">Digitalisat</a>.</li>
<li>Ernest Hamburger: <i>Juden im öffentlichen Leben Deutschlands. Regierungsmitglieder, Beamte und Parlamentarier in der monarchischen Zeit</i>. 1848–1918. Tübingen 1968.</li>
<li><a href="Hanns_G._Reissner" title="Hanns G. Reissner">Hanns G. Reissner</a>: <i>Gebrüder Veit · Berlin (1780‒1931).</i> In: <i>Gegenwart im Rückblick. Festgabe für die Jüdische Gemeinde zu Berlin 25 Jahre nach dem Neubeginn.</i> Heidelberg 1970, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/arthurprinz_09_reel09/page/n9/mode/1up">S. 274‒295</a>, mit <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/details/arthurprinz_09_reel09/page/n21/mode/2up"><i>Abridged genealogical table VEIT</i></a> als loser Beilage. (S. 285‒287: Moritz Veit.)</li>
<li><a href="Ernst_Gottfried_Lowenthal" title="Ernst Gottfried Lowenthal">Ernst G. Lowenthal</a>: <i>Von Moritz Veit bis Heinrich Stahl. Gemeindevorsteher 1845 bis 1943 / Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Berlin.</i> In: Jahrbuch <i>Der Bär von Berlin.</i> Hrsg. v. <a href="Verein_f%C3%BCr_die_Geschichte_Berlins" title="Verein für die Geschichte Berlins">Verein für die Geschichte Berlins</a>, 28. Jahrgang, Berlin 1979.</li>
<li><a href="Anne-Katrin_Ziesak" title="Anne-Katrin Ziesak">Anne-Katrin Ziesak</a>: <i>Der Verlag Walter de Gruyter 1749‒1999.</i> Berlin 1999, ISBN 3-11-016698-4. (S. 106‒140: <i>Hochgeachtet und vornehm. Der Verlag Veit &amp; Comp.</i>)</li>
<li><a href="Christian_Jansen" title="Christian Jansen">Christian Jansen</a>: <cite style="font-style:italic">Veit, Moritz</cite>. In: <cite style="font-style:italic"><a href="Neue_Deutsche_Biographie" title="Neue Deutsche Biographie">Neue Deutsche Biographie</a></cite>. (NDB). <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>26</span>. Duncker &amp; Humblot, Berlin 2016, ISBN 978-3-428-11207-4, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>734</span> (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.deutsche-biographie.de/gnd117368369.html#ndbcontent">deutsche-biographie.de</a>).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Moritz+Veit&amp;rft.atitle=Veit%2C+Moritz&amp;rft.au=Christian+Jansen&amp;rft.btitle=Neue+Deutsche+Biographie&amp;rft.date=2016&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783428112074&amp;rft.pages=734&amp;rft.place=Berlin&amp;rft.pub=Duncker+%26+Humblot&amp;rft.volume=26" style="display:none">&nbsp;</span></li>
<li><i>Veit, Moritz</i>, in: <a href="Renate_Heuer" title="Renate Heuer">Renate Heuer</a> (Hrsg.): <i><a href="Lexikon_deutsch-j%C3%BCdischer_Autoren" title="Lexikon deutsch-jüdischer Autoren">Lexikon deutsch-jüdischer Autoren</a></i>. Band 20, München: De Gruyter 2012, S. 172–176</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li>Goethe-Schiller-Archiv <a rel="nofollow" class="external text" href="https://ores.klassik-stiftung.de/ords/f?p=401:70:::::p_bnr,p70_region:151,1">Bestand 151: Elkan-Moritz-Veit</a>.</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://portal.dnb.de/opac.htm?method=simpleSearch&amp;query=117368369">Literatur von und über Moritz Veit</a> im Katalog der <a href="Deutsche_Nationalbibliothek" title="Deutsche Nationalbibliothek">Deutschen Nationalbibliothek</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://s522097707.online.de/fnv_db/fnv_db.php">Datenbank der Mitglieder der preußischen Nationalversammlung, BIORAB-Frankfurt</a> (der genaue Datensatz muss mit der Suchfunktion ermittelt werden)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20041128205419/http://sites.huji.ac.il/cahjp/RP047%20Veit.pdf">Jüdische Gemeinde Berlin Sammlung Veit (Nachlass)</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Hamburger: <i>Juden im öffentlichen Leben Deutschlands.</i> 1968, S. 177.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Grab 54 und 55, laut N. Hüttenmeister und Chr. Müller: <i>Umstrittene Räume: Jüdische Friedhöfe in Berlin.</i> Berlin 2005, ISBN 3-936411-55-7, S. 407.</span>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Juden – Bürger – Deutsche. Zu Vielfalt und Grenzen 1800–1933.</i> Tübingen 2001, S. 185.</span>
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<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Hamburger: <i>Juden im öffentlichen Leben Deutschlands.</i> 1968, S. 171.</span>
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<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Reinhard Rürup: Deutschland im 19. Jahrhundert 1815–1871. Göttingen 1992, S. 190.</span>
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<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://fabian.sub.uni-goettingen.de/fabian?Reichsbibliothek_Von_1848">Reichsbibliothek von 1848.</a></span>
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<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Jacob Toury: Die politischen Orientierungen der Juden in Deutschland. Tübingen 1966, S. 75.</span>
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<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Hamburger: <i>Juden im öffentlichen Leben Deutschlands.</i> 1968, S. 172.</span>
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<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Juden – Bürger – Deutsche. Zu Vielfalt und Grenzen 1800–1933.</i> Tübingen 2001, S. 174.</span>
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<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">vergl.: Frank D. Lucas/Heike Frank: Michael Sachs, Der konservative Mittelweg. Tübingen 1992.</span>
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<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">Moritz Veit/L. Zunz: Das jüdische Schullehrer-Seminarium zu Berlin. Berlin 1840 <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.judaica-frankfurt.de/content/titleinfo/177725">Digitalisat</a>.</span>
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<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.deutsch-juedische-publizistik.de/pdf/1847_Veit.pdf">Entwurf einer Verordnung über die Verhältnisse der Juden und das Edikt vom 11. März 1813</a> (PDF; 132&nbsp;kB).</span>
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<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Jacob Toury: Die politischen Orientierungen der Juden in Deutschland. Tübingen 1966, S. 116.</span>
</li>
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